der Neid – Motor oder Sand im Getriebe?
Neid muss ich niemandem erklären. Neid kennt jeder. Oft sind es materielle Dinge, die wir beneiden, es kann aber auch Erfolg oder Glück sein.
Wilhelm Busch sagte:“ Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ Neid müssen wir uns verdienen. Es ist eine sehr subtile Form der Bewunderung.
Neid ist Nr. 6 der Todsünden und beginnt laut altem Testament schon kurz nach Adam und Eva. (Kain und Abel Gen 4,1-24)
Wozu brauchst du Neid? 
Neidforscher Rolf Haubl unterscheidet den ehrgeizig stimulierenden Neid vom bösen feindseligen schädigenden Neid. Von ersterem kannst du tatsächlich profitieren – sofern du einen geeigneten Beneideten vor dir hast. Ist es die souveräne, faire Führungskraft…. Lass dich anspornen, selbst so zu führen. Ist es die Beliebtheit der herzlichen Lehrerin deines Kindes? Lass dich inspirieren von ihrer Art.
Oder geht`s um das größere Haus der Nachbarn mit dem tollen Wintergarten, um die höhere Provision der Kollegin (okay, auch das könnte motivieren)? Geht`s vielleicht um die bessere Figur deiner Freundin?
Häufig steckt in Wirklichkeit etwas anderes hinter unserem Neid: der Wunsch nach Anerkennung, nach Zufriedenheit, nach Glück.
Da stellt sich jetzt die Frage: wärst du wirklich glücklicher mit der tollen Figur? Oder wärst du trotzdem noch neidisch auf Nachbar`s Haus? Und es gibt noch so viel anderes Beneidenswertes. Also ein Fass ohne Boden.
Und hast du schon mal erlebt, dass du jemanden von außen für irgendetwas beneidet hast? Und kaum hast du ihn besser kennengelernt, hättest du niemals mit ihm tauschen wollen?
Warum ist er denn dann da, der Neid?
Beliebt ist er nicht. Du gibst auch nicht gerne zu, dass du neidisch bist. Friedrich Nitzsche* beschrieb ihn zusammen mit der Eifersucht als „Schamteile der menschlichen Seele“.
Was löst der Neid in die aus? Männer neigen da eher zu Ärger und Wut, Frauen hingegen zu Traurigkeit. Neid als Boden des unglücklich Seins?
Ich glaube, du hast gute Gründe, dich von ihm abzuwenden.
Richte deinen Blick auf dich selbst:
Was hast du an Fähigkeiten, wo bist du gut, auf was bist du stolz?
Lebe deine Besonderheiten, nutz deine Talente. Arbeite an deinem ganz persönlichen Ziel! Was nützt dir das makellose Gesicht mit runter gezogenen Mundwinkeln? Was nützt dir der geniale Wintergarten, wenn du am liebsten in deinem Zimmer malst oder das Glück beim Wandern auf dem Berg erlebst?
Schreib doch dein ganz eigenes Glückstagebuch.
Und vielleicht erlebst du irgendwann die subtile Form der Bewunderung: den Neid eines anderen?
* Rolf Haubl (* 1951 in Frankfurt am Main), deutscher Psychologe, Germanist, Gruppenanalytiker und Hochschullehrer
Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken; † 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher klassischer Philologe. Postum machten ihn seine Schriften als Philosophen weltberühmt.

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