Die Geschichte mit den zwei Pfeilen
Ich möchte mich heute am Anfang ein bisschen vom Thema Kinderwunsch wegbewegen und etwas allgemeiner werden. Nichtsdestotrotz ist gerade die Kinderwunschzeit ein guter Anlass, sich ein paar Dingen mehr bewusst zu werden. Und wie du damit selbst etwas für dich tun kannst… erfährst du auch.

Ich möchte ein bisschen erzählen, was unser Gehirn so den lieben langen Tag mit uns anstellt… und wie wir Einfluss nehmen können auf unsere Emotionen und damit auf unser Befinden.

Vieles nehmen wir einfach so hin.
Ich bin halt sauer, wenn mich jemand blöd anmacht.
Für mich bricht halt eine Welt zusammen, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es gehofft habe.
Ich bin halt ein Pessimist.
Es ist einfach alles Mist.

Nein, es ist so, wie DU es machst.

Dazu gibt es eine Überlieferung aus dem Buddhismus.

Das Pfeil-Sutra erzählt davon, wie der Buddha seinen Schülern erklärt, dass Schmerz eine Erfahrung ist, die jeder von uns macht.
Wir entscheiden jedoch selbst, wie wir mit einer unangenehmen Erfahrung umgehen. Damit beeinflussen wir, ob wir darunter leiden und in welchem Ausmaß.

Der Buddha beschreibt es mit einem Bild:
Schmerzen zu erleiden ist, als ob man von einem spitzen Pfeil getroffen wird.
Ein Mensch, dessen Herz und Geist geschult ist, geht mit dieser Situation selbstmitfühlend und besonnen um. Andere Menschen hingegen reagieren unbesonnen oder vorschnell und vergrößern durch ihre eigene Abwehrreaktion den Schmerz.
Es fühlt sich dann so an, als ob sie von zwei Pfeilen getroffen würden.
Den zweiten Pfeil schießen sie allerdings selbst durch ihre Reaktion auf den Schmerz ab.

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie du etwas an deinen Gefühlen oder Reaktionen ändern sollst. Sie kommen ja einfach ohne dein Zutun!?!

Alle deine Reaktionen hast du im Laufe deines Lebens gelernt.
Ein kleines Beispiel:
Ein Kind fällt hin und schürft sich das Knie ein bisschen auf. Es realisiert den Schmerz und dann schaut es sich kurz um. Was passiert?

Situation 1)
Drumrum ist keiner oder keiner reagiert. Das Kind steht auf, wischt sich mit der Hand kurz über das Knie und spielt weiter.

Situation 2)
Die Mama beobachtet die Szene, springt zum Kind, nimmt es hoch, schaut sich das Knie an, tröstet. Das Kind denkt: “Oh, ich bekomme so viel Zuwendung, Mama ist so aufgeregt, also muss was ganz Schlimmes passiert sein.” Es spürt den Schmerz, gleichzeitig Stress, fängt laut an zu weinen… und genauso wird es abgespeichert.

Versteh mich jetzt bitte nicht falsch. Es geht nicht darum, dass du als Mama nicht dein Kind trösten sollst, wenn es sich weh getan hat. Du könntest vielleicht 1-2 Minuten warten, ob es deinen Trost überhaupt braucht…

Darum geht es aber gar nicht. Es geht darum, dass wir irgendwann verlernen, unsere eigenen Emotionen einfach wahr zu nehmen und intuitiv darauf zu reagieren. Stattdessen lernen wir zu bewerten und dem Schmerz eine Bedeutung zu geben.
An dem Beispiel kannst du auch erkennen, warum jeder von uns seine eigene Wahrnehmung entwickelt. Jeder von uns macht sein ganzes Leben lang Erfahrungen, die er abspeichert und daraus Folgen entwickelt.
Darum fühlt nie ein anderer genauso wie du.

Du erkennst diesen Lernprozess sehr gut an Ängsten.
Stell dir jemanden mit Angst vor Spinnen vor und jemanden ohne. Wie unterschiedlich reagieren sie auf die gleiche Spinne? Ihre Reaktion ist der zweite Pfeil.

Es stellt sich also die Frage: Wie machst du das?

Stell dir eine Situation vor, in der du ein ganz unangenehmes Gefühl hattest.
Vielleicht hattest du Angst, vielleicht warst du extrem traurig, wütend oder neidisch.

Versetze dich erneut in die Situation hinein.
Was nimmst du wahr?
Siehst du ein Bild vor dir?
Hörst du in einer Erinnerung etwas?
Was fühlst du? Welches Körpergefühl taucht auf? Druck auf der Brust? Kribbeln? Ein Kloß im Hals?
Schmeckst du oder riechst du etwas?

Diese Wahrnehmungen, die du mit deinen 5 Sinnen gemacht und danach abgespeichert hast, kannst du (nachträglich) verändern.
Du kannst zum Beispiel ein unangenehmes Bild in Gedanken verkleinern oder schwarz-weiß machen.
Du kannst die Lautstärke deiner Töne runter regeln.
Du kannst deine Gefühle ändern – an einen anderen Ort schieben, statt kalt warm machen…

Und so kannst du deine zweiten Pfeile stumpfer machen… oder kleiner.
Der erste Pfeil bleibt. Ein Schmerz wird ein Schmerz bleiben.

Du kannst aber auch auf eine andere Art, lernen, mit deinem 2. Pfeil umzugehen:

1) Den Pfeil erkennen
Als erstes musst du dir bewusstwerden, wann du ihn abschießt. Das ist der Moment, in dem deine Emotionen überhandnehmen. Beispielsweise ist das der Fall, wenn deine Trauer extrem lange anhält, wenn du deutlich stärker reagierst als dein Umfeld oder wenn dich Kleinigkeiten dazu bringen, aus der Haut zu fahren.

2) Positives suchen und finden
Jetzt versuchst du, einer Situation auch etwas Positives abzugewinnen. Das ist nicht immer leicht und trotzdem findest du mit etwas Zeit häufig auch eine andere Seite. Vielleicht lässt du die Situation auch einfach erst einmal zu und plötzlich taucht eine Lösung auf?

3) Du kannst den Pfeil stecken lassen
Mit regelmäßiger Übung nimmt die Situation so an Bedeutung ab, dass du vielleicht deinen 2. Pfeil sogar stecken lassen kannst.

Und was hilft dir das jetzt beim Thema Kinderwunsch?

Wie geht es dir in deiner letzten Zykluswoche?
Orakelst du mit Ovus?
Fragst du dich täglich, wann du das erste Mal testen sollst?
Spürst du ständig in dich hinein, ob sich dein Körper irgendwie schwangerschaftsverdächtig verändert?
Hast du Angst, dass der rote Drache wieder landet?

Setz dich in dem Moment mal hin und beobachte, welche Bilder, Töne, Gefühle auftauchen.
Nimm sie erst einmal wahr.
Wie machst du das? Wie machst du Angst?
Was passiert genau in dir drin?

Und dann spiel mal mit deinen Bildern. Schieb sie weiter weg. Mach sie kleiner. Mach sie schwarz-weiß. Wenn du einen Film siehst, halte ihn an.

Hörst du Töne? Stimmen? Verändere ihre Tonlage, mach eine Mickey Maus Stimme daraus.

Wo steckt das Körpergefühl. Hat es eine Form? Eine Farbe? Eine Temperatur? Ändere es.
Dreht es sich? Dann ändere die Richtung? Strahlt es aus? Dann lass es sich zusammenziehen.

Es ist erstaunlich, was du selbst verändern kannst, wenn du dir die Zeit nimmst.
Und plötzlich ist die Situation viel leichter zu ertragen.
Je häufiger du es machst, desto leichter wird es.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Gib mir gerne eine Rückmeldung, wie es klappt. Oder ob ich dich irgendwie dabei unterstützen kann.

Für viele weitere Inhalte, Tipps und Ideen findest du mich bei Instagram unter Coaching.Your.Dream.Wunschkind Gerne darfst du mich hier bei Fragen oder Anregungen persönlich kontaktieren.

Ich freue mich immer über Kommentare, Anregungen und Themenwünsche! Meine Beiträge dürfen gerne unter Berücksichtigung des Copyrights geteilt, verwendet oder empfohlen werden.

Wenn du mehr über mich erfahren möchtest oder Unterstützung in einem ganz speziellen 1:1-Kinderwunsch-Coaching suchst, findest du mich unter www.coaching-your-dream.de

Ich freue mich total darauf, dich kennenzulernen!

Viele Grüße,
Susanne von Coaching Your Dream

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