Endometriose, Kinderwunsch und Ernährung

Endometriose bei Kinderwunsch

 
Eine Endometriose kann es dir leider schwer machen, natürlich schwanger zu werden.

Verklebungen und Verwachsungen mit Verschlechterung der Eileiterdurchgängigkeit können auftreten. Zudem empfinden manche Frauen mit Endometriose starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, sodass dieser vielleicht dadurch vermieden wird. Andererseits kann ein Kinderwunsch dazu führen, dass sich Frauen mit Endometriose trotz Schmerzen auf Geschlechtsverkehr einlassen – auch das ist keine schöne Ausgangslage.

Selbst Frauen mit einer geringeren Ausprägung der Erkrankung bekommen leider seltener Kinder auf natürlichem Weg als Frauen ohne Endometriose.

Wie kommt es zu einer Einschränkung der Fruchtbarkeit?

Man geht davon aus, dass die Erkrankung eine chronische Entzündung im Bauchraum hervorruft. Es folgt eine Immunreaktion des Körpers und das kann wiederum einen Einfluss auf die Bildung des Eibläschens, die Eizellqualität und die Einnistung haben. Ganz genau weiß man es aber tatsächlich noch nicht. Darum ist es auch so schwierig, die Ursache zu behandeln.

Frauen bekommen zunehmend später ihre Kinder und gleichzeitig steigt das Risiko für eine Endometriose mit zunehmendem Lebensalter. Bist du von der Erkrankung betroffen, ist es -nach schulmedizinischer Empfehlung- sinnvoll, dass du dir rechtzeitig Gedanken über die Erfüllung deines Kinderwunsches machst. Es gibt allerdings auch Stimmen, die dies für unnötigen Druckaufbau und Panikmache halten.

Ich persönlich denke, es ist sinnvoll, sich eines möglichen Problems bewusst zu sein und wenn die Voraussetzungen passen (wie beispielsweise der richtige Partner), lieber früh als spät mit der Planung zu beginnen.

Sollten die Umgebungsfaktoren noch nicht stimmen, musst du nicht in Panik verfallen.

Wird bei einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch eine Endometriose festgestellt, wird in der Regel zu einer operativen Entfernung der Herde geraten. Patientinnen mit Endometriose im Stadium 1-2 (also den leichteren Stadien) wird teilweise geraten, es nach der Operation noch 6 Monate lang auf natürlichem Wege zu versuchen. Wahrscheinlich sind die Chancen einer künstlichen Befruchtung jedoch größer.

Bei den Stadien 3-4 wird meist direkt eine assistierte Befruchtung empfohlen, um nicht unnötig Zeit mit nur geringer Chance einer natürlich entstandenen Schwangerschaft verstreichen zu lassen.

Letztendlich sollte aber immer das Gesamtpaket betrachtet werden. Jedes Paar ist anders – unterschiedliches Alter, unterschiedliche Befunde, unterschiedliche Wünsche und Pläne. Nur eine Gesamtschau der Befunde, aber auch der Bedürfnisse werden letztendlich der Situation jedes Paares gerecht.

Nimmst du Medikamente gegen die Erkrankung, ist es sinnvoll, dass Du nach dem Absetzen schnellstmöglich versuchst, schwanger zu werden. Sobald die Eierstöcke wieder Östrogen produzieren, können deine Endometrioseherde erneut wachsen. Damit verschlechtern sich leider deine Chancen auf eine natürliche Empfängnis.

Das macht Druck. Vielleicht hilft dagegen, im Hinterkopf zu haben, dass es auch hier immer noch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung gibt.

Wie aber weiter oben schon erwähnt, ist es manchmal schwierig zu entscheiden, welche Therapie genau für dich jetzt die beste ist. Dazu solltest du dir auf jeden Fall Empfehlungen eines Spezialisten einholen. Das können Fachleute eines Endometriosezentrums oder aber auch eine Kinderwunschklinik sein.

Grundsätzlich kannst du dich, auch wenn du schwanger werden möchtest, alternativ oder parallel zum Beispiel nach traditioneller chinesischer Medizin (TCM) behandeln lassen. Auch eine Anpassung der Ernährung kann einen positiven Einfluss haben. Und nicht zuletzt ist die Unterstützung eines Psychologen oder Coaches auch in diesem Fall äußerst hilfreich.

Zum Thema Ernährung konntest du schon viel im Zusammenhang mit der TCM lesen.

Hier kommen noch weitere Ratschläge…

 

Ernährung bei Endometriose und Kinderwunsch

 
 
Da eine der Erklärungen für den unerfüllten Kinderwunsch bei Endometriose Entzündungsvorgänge im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane sind, sind entzündungshemmende Lebensmittel eine sinnvolle Herangehensweise. Das Ziel dabei ist, chronische Entzündungen und oxidativen Stress zu lindern. Aber auch weitere Änderungen der Ernährungsgewohnheiten sind sinnvoll:
  • Iss möglichst frisch, aus lokalem Anbau und mit geringer Schadstoffbelastung, also hochwertig.
  • Vermeide Fertigprodukte.
  • Ziegen- und Schafsmilchprodukte stehen nicht so sehr im Zusammenhang mit Massenproduktion wie Kuhmilchprodukte. Darum werden dort weniger ertragssteigernde Techniken verwendet.
  • Reduziere entzündungsfördernde Substanzen wie verarbeitetes Fleisch (Wurst, Aufstriche), tierisches Fett, Transfette (gehärtete Fette) wie bei frittierten Speisen, industrielle hergestellten Backwaren, Snacks und Margarine
  • Erhöhe den Anteil an entzündungshemmenden Speisen:

Gemüse wie Brokkoli, Spinat, grüne Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Pilze

Obst wie Beeren, Ananas, Orangen, Grapefruit, Melonen (Achtung, laut TCM kalte Lebensmittel 🤷‍♀️)

Nüsse: Wal- und Pekannüsse, Mandeln und Pistazien

Sprossen (Kresse, Alfalfa und Radieschen)

  • Vermeide Zucker und Weißmehlprodukte. Iss stattdessen Vollkornprodukte. Sie enthalten Vit. B, Zink und Magnesium.
  • Iss möglichst weißes Fleisch, um Arachnoidonsäure in rotem Fleisch zu vermeiden. Arachnoidonsäure ist ein Entzündungs-fördernder Stoff, der in normalem Maß gebraucht wird, allerdings in zu hoher Dosis zu einer überschießenden Entzündungsantwort führt
  • Iss Sojaprodukte, aber in Maßen. Sie enthalten pflanzliche Östrogene, die an Östrogenrezeptoren andocken und dazu führen, dass der Körper selbst weniger Östrogen bildet. Zu viel kann bewirken, dass dein Östrogenspiegel durch sie selbst ansteigt. Je niedriger der Östrogenspiegel, desto weniger wachsen oder entstehen Endometrioseherde.
  • Nimm häufiger fetten Seefisch (Lachsforelle, Makrele, Hering, Sardine) aus Wildfang zu dir, da er viele Omega-3-Fettsäuren enthält.
  • Vermeide Bier-, Rotwein, Hefeprodukte und viel Käse rund um die Menstruation. Sie enthalten viel Histamin, was an der Gebärmutter andocken und Schmerzen verstärken kann.

Eine gute, ausgeglichene Ernährung kann mögliche Gewichtsprobleme gleich mit beeinflussen. Und damit hilft sie doppelt:

Im Fettgewebe werden Östrogene gebildet. Mehr Fettgewebe bei Übergewicht bedeutet darum auch eine höhere Östrogenbildung. Und genau damit förderst du Ausbreitung und Wachstum von Endometrioseherden.

Es gibt übrigens eine Studie, die bei Patientinnen, die sich durch eine sogenannte Mittelmeerkost ernährten (und die entspricht ungefähr den obigen Empfehlungen), eine Abnahme des Schmerzes um 50% nachweist.

Diese Diät wirkt sich zusätzlich positiv auf dein Hormonsystem aus und fördert damit wieder deine Fruchtbarkeit – auch ohne Endometriose.

Solltest du Probleme mit der Verdauung haben, kannst du auch hier noch regulierend eingreifen:

Indischer Flohsamen, Leinsamen, Rhabarber-, Feigen- oder Pflaumensaft helfen bei Verstopfung, Kümmel-, Fenchel- und Anissamen helfen gegen Blähungen.

Mir ist allerdings ganz wichtig, dass du jetzt nicht anfängst, dir durch die Ernährungtipps unnötigen Stress zu machen. Es ist sicher sinnvoll, die Ratschläge zu befolgen. Es passiert aber auch nichts Dramatisches, wenn du nicht alles umsetzen kannst oder von Zeit zu Zeit sündigst. Passe die Ernährung lieber Schritt für Schritt und nachhaltig an, anstatt alles auf einmal, und nach 4 Wochen hast du die Nase voll davon.

Am schönsten wäre es natürlich, wenn du zum Beispiel Spass am Kochen finden würdest und neue leckere Rezepte ausprobierst. Vielleicht ist ja auch ein Kochkurs mit deinem Partner eine gute Idee?

Für heute bleibt mir nur noch, dir einen guten Appetit zu wünschen.

Nächste Woche kommt der letzte Teil der Endometriose-Reihe. Ich werde noch etwas zu Nahrungsergänzungsmitteln und Umweltgiften schreiben. Außerdem möchte ich kurz ein bisschen Spiritualität in das Thema mit einfließen lassen.

Wie immer darfst du mir gerne Fragen als persönliche Nachricht zukommen lassen, wenn noch etwas unklar geblieben ist.

Bleib dran!

Bis zum nächsten Mal,

deine Susanne

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Konsultation.

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