Die Hormone beim Kinderwunsch

Dass schwanger Werden viel mit dem Kopf zu tun hat, weißt du spätestens, seit du dir ganz viel Kopf drum machst.

Aber auch unsere Hormone, die beim Kinderwunsch eine große Rolle spielen, haben mit dem Kopf zu tun.

Es fängt ganz oben an.

Und zwar mit dem Hypothalamus, einem Teil des Gehirns, der zwischen Nervensystem und Hormonen vermittelt und sozusagen bei dem Thema der Oberboss ist.
Zudem baumelt am Hirn eine Drüse, die Hirnanhangdrüse (Hypophyse).
Diese beiden unterhalten sich miteinander und außerdem mit den Eierstöcken mittels Post, die via Blutweg verteilt wird: den Hormonen.
Und so kommt es zu einem ständigen Austausch, bei dem sie sich gegenseitig steuern, mal stimulieren, mal bremsen. Keiner kann unkontrolliert macht, was er will.

Hypothalamus an Hypophyse

Der Hypothalamus schickt ein Releasing-Hormon an die Hypophyse mit der Botschaft: hey, stimulier` mal den Eierstock. Daraufhin fängt die Hypophyse an zu arbeiten. In Bezug auf Kinderwunschhormone schickt sie zwei verschiedene los (insgesamt kann sie noch einiges mehr). Das erste Hormon ist das FSH, das Follikel-stimulierende Hormon. Da kannst du dir auch gleich denken, was das bewirken soll. Via Blut kommt es an den Eierstock und vermittelt ihm, dass er jetzt mal Eibläschen wachsen und reifen lassen soll. Es wird also der erste Teil des Zyklus angeregt.

Im Eierstock geht’s dann weiter…

Der Follikel wächst und bildet jetzt auch ein Hormon: ein Östrogen (das Estradiol). Der Auftrag: „Gebärmutter: fang an zu wachsen und mache dich bereit!“
Zudem Post an Gebärmutterhals und Muttermund: „Tür öffnen, Rutschbahn durch flüssigen Schleim bilden!“, damit es die Spermien es etwas leichter haben, durchzuflutschen. Denn blieben die Spermien vor verschlossener Tür, wäre das etwas ungünstig für deinen Kinderwunsch.
(Im Blog über die Gebärmutter hast du ja schon gelesen, dass der Gebärmutterhals an sich fest verschlossen ist, zusätzlich steckt ein zäher Schleimpropf drin, der abdichtet)
Den Schleim könnt ihr spüren, wenn ihr ein bisschen darauf achtet. Fühlt sich eure Scheide feuchter an als sonst, gibt es wahrscheinlich schon eine ganze Menge an Östrogen und der Eisprung steht bevor.

LH – das zweite Hypophysenhormon

Ich hatte schon gesagt, dass die Hypophyse zwei Kinderwunschhormone bildet:
Das zweite ist das LH (das luteinisierende Hormon, das gelb-machende Hormon)
In der Zyklusmitte, so um den 14. Tag rum (das hängt allerdings von deiner Zykluslänge ab!), wenn ein Follikel groß genug ist, wird kurzfristig viel von diesem Hormon ausgeschüttet. Dadurch weiß das Eibläschen, dass Eisprungzeit ist, und so nach 24-36 Stunden hüpft das Ei.

Das LH wird auch von den Ovulationstests gemessen, die du vielleicht verwendest, um rauszufinden, wann ein günstiger Moment ist, deinen Partner zu verführen oder dich verführen zu lassen⚤. Ich meine günstig im Sinne von dem Plan, schwanger zu werden. Sonst gibt es sicher auch andere günstige Gelegenheiten…😉

Der Mittelschmerz

Vielleicht verspürst du sogar den Mittelschmerz, der auch so um den Eisprung herum auftritt. Es ist allerdings nicht ganz klar, wodurch er ausgelöst wird, durch den prallen Eierstock, den platzenden Follikel, durch die Flüssigkeit des Follikels, die in die Bauchhöhle tropft oder wieder etwas anderes. Demnach solltest du den Mittelschmerz nicht als sicheren Moment des Eisprungs werten. Vielleicht ist er zu dem Zeitpunkt auch schon vorbei.

Der Gelbkörper und sein Progesteron

So, aber was hat nun das LH mit gelb zu tun?
Nach dem Eisprung bleibt im Eierstock ein Rest des Eibläschens übrig und wird zum Gelbkörper. Die Zellen haben eine etwas gelbliche Farbe. 🤨

Dieser Gelbkörper produziert noch ein Hormon: das Progesteron. Davon hast du vielleicht schon im Rahmen der Kinderwunsch-Behandlung gehört
Damit geht der Auftrag an die Gebärmutter: „Bruthöhle vorbereiten! Betten frisch beziehen, Essen bereitstellen!“ Es soll also alles gerichtet sein, damit bei erfolgreicher Befruchtung der kleine Zellhaufen einziehen kann.

Zudem wird durch das Progesteron der Zervixschleim wieder zäher und verschließt den Gebärmutterhals nach außen. Mädels: der Embryo kann nicht rausfallen!!!

Immer im Kreis…

Da alles ein Kreisverkehr ist, bekommen Hypothalamus und Hypophyse aber auch wieder Rückmeldungen aus dem Körper:
Tritt eine Schwangerschaft ein, steigen der Östrogen- und Progesteronspiegel. Auftrag an den Hypothalamus: „Ruh dich aus, vorerst brauchen wir dein Hormon💌 nicht!“
Ohne Schwangerschaft kommt es zum Abfall der beiden Hormone. Rückkopplung an den Hypothalamus: „Es geht wieder von vorne los.“

Ganz schön kompliziert. Und natürlich ist in Wirklichkeit alles noch komplexer, weil noch ganz viel anderer Krimskrams hier mit reinspielt. Aber das ist im Moment nicht so wichtig.

Kurz zusammengefasst:

Es gibt das Releasing-Hormon das im Hypothalamus, also im Gehirn produziert wird. Die nächste Ebene darunter ist die Hirnanhangdrüse, die das FSH (Follike-stimulierende Hormon) sowie das LH (luteinisierende=gelb-machende Hormon) bildet.
Und dann gibt es noch die Sexualhormone💌: die Östrogene und Gestagene (das Progesteron), die im Eierstock bzw. Follikel und Gelbkörper gebildet werden.

Und was bedeutet das jetzt für dich?

Wie schon erwähnt, kannst du einen Ovulationstest nutzen, um die LH-Erhöhung zu messen. Sind im Morgenurin Mengen davon nachweisbar, steht der Eisprung kurz bevor. Also ab ins Bett! ⚤ (oder wohin auch immer)

Ebenso kannst du deinen Zervixschleim beobachten und die Gelegenheit nutzen, wenn er flüssig wird und es sich feucht in deiner Unterhose anfühlt.

Jetzt wird`s heiss… Die Temperaturmessung

Was ich noch nicht erwähnt habe, ist die Temperaturmessung. In einem Zyklus, in dem ein Eisprungstattfindet, ändert sich in der Mitte des Zyklus nach dem Eisprung die Temperatur um 0,2-0,4°.
Zum Kinderkriegen finde ich das allerdings eine schwierige Methode. Die Temperatur sollte immer zu einem ähnlichen Zeitpunkt gemessen werden, noch im Bett, ohne vorherige körperliche Betätigung. Und wenn sie ansteigt, ist es eigentlich auch schon wieder zu spät.
Sie ist lediglich dann hilfreich, wenn du einen sehr regelmäßigen Zyklus hast und diesen damit ein paar Monate beobachtest. Dadurch bekommst du einen Anhalt, wann der Eisprung stattfindet.
Doch Achtung: der Zyklus kann sich im Laufe der Zeit auch verschieben.

Der beste Zeitpunkt, rein rechnerisch…

Wie ich schon im Blog „Henne oder Ei“ geschrieben habe, lebt die Eizelle ca. 12-18 Stunden. In der Zeit muss sie befruchtet werden. Spermien können unter optimalen Bedingungen in der Frau bis zu 5 Tage überleben. Daraus ergibt sich, dass ihr möglichst vor oder beim Eisprung Verkehr haben solltet, um zum Erfolg zu gelangen.

Jetzt habt ihr hier ein paar technische Hinweise, wann Sex günstig wäre.

Kalendersex – Lust mit Frust

Nur da taucht schnell das Problem auf, dass eine reine Amtshandlung nach Kalender daraus entsteht. Von Romantik oder Spaß keine Rede mehr. Und wenn`s richtig blöd läuft, wird daraus Stress.
Und der ist in keiner Weise förderlich, schon gar nicht, wenn Folgen wie eine trockene schmerzende Scheide bei dir oder eine eingeschränkte Stehfreudigkeit bei deinem Partner auftritt. Das solltet ihr von Anfang an im Auge behalten.

Und stattdessen?

  • Nicht übertreiben. Es ist nicht notwendig, an 5 aufeinanderfolgenden Tagen 3x tägl. Geschlechtsverkehr⚤ zu haben. Okay, außer es macht euch Spaß, dann nur zu! Ansonsten reichen auch ein- oder zweimal. Oder soviel, wie ihr Lust habt. Und das dann möglichst 1-2-3 Tage vor oder am Eisprung.
  • Versucht, es euch schön zu machen! Nehmt euch Zeit dafür, nicht schnell, schnell zwischen Tatort und Einschlafen.
    Nutzt vielleicht auch mal eine andere Tageszeit. Oder vielleicht sogar einen anderen Ort? Kinder können auch außerhalb des Bettes gezeugt werden😉.
  • Stimmt euch ein. Zuvor ein schönes Essen? Ein Spaziergang? Eine Runde Sport? Ein Gläschen Wein?
  • Redet miteinander! Sprecht über eure Gefühle, kommt euch nahe.
    Redet über euren Kinderwunsch. Malt euch doch mal eine Schwangerschaft aus… Euer Unterbewusstsein liebt Bilder!
  • Macht doch mal wieder die Dinge, die ihr sexuell gemacht habt, bevor ihr ein Baby haben wolltet….

Viel Spaß!

Für viele weitere Inhalte, Tipps und Ideen findest du mich bei Instagram unter Coaching.Your.Dream.Wunschkind. Gerne darfst du mich hier bei Fragen oder Anregungen persönlich kontaktieren.

Ich freue mich immer über Kommentare, Anregungen und Themenwünsche! Meine Beiträge dürfen gerne unter Berücksichtigung des Copyrights geteilt, verwendet oder empfohlen werden.

Suchst du ganz spezielle Unterstützung, dann erfahre mehr über mein Kinderwunschcoaching.

Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen!

Viele Grüße,
deine Susanne

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle Kategorien

Erkrankungen und Kinderwunsch

Meine Erfahrungen

Kopf und Kinderwunsch

Grundlagen Fortpflanzung

Informationen und Ratschläge

Rund um Kinderwunsch