Mannomann oder men in boxes

19 Jun. 2020 | Happify your Life | 0 Kommentare

Hah, ich hab`s kapiert. Lang hat`s gedauert trotz Literatur über weibliche Einparkproblematik oder neurobiologischer Ergüsse im Wissenschaftsteil.
Mark Gungor, US-amerikanischer Pastor, der mir viel Humor Erfolge als Paartherapeut verzeichnet, hat mir die Augen geöffnet. Ich verstehe endlich die Spezies Mann. Oder kennt Ihr das nicht, dass ihr Frauen munter vor euch hin plappert und euer männliches Gegenüber an einem Thema festhängt? Über Minuten???
Okay, was sagt also Mark Gungor?
Er erklärt das männliche Gehirn folgendermaßen: Es besteht aus vielen einzelnen Boxen. Da gibt es die Auto-Box und die Werkstatt-Box, die Arbeitsbox, eine Box für die Kinder (also für jedes Kind eine Box), eine Box für die Frau… und – ja tatsächlich – auch eine für die Schwiegermutter (die steckt wohl eher in den tieferen Regalbereichen). Die Boxen berühren sich nicht.
So, und kommt ihr nun auf ein bestimmtes Thema zu sprechen, holt der Mann ganz, ganz vorsichtig die passende Box heraus, öffnet sie und nun könnt ihr mit ihm über alles reden, was sich zu diesem Thema (!!!) in der Box befindet… so lange, bis er die Box wieder schließt und verstaut. Also Achtung: vorher kein anderes Thema anschneiden, sonst könnte euch folgendes passieren: Denn ganz wichtig, eine Box des Mannes habe ich noch nicht erwähnt. Seine Lieblingsbox, die Box, in die er sich zurück zieht, wenn er Stress hat oder wenn es ihm nicht gut geht…. Die NIX-Box. Was ist da drin? Ja klar: NIX ! Und wenn er sich da rein verzieht… Ihr kennt das, ihr seid fertig mit eurem Monolog, mit Ergüssen zu aktuellen Themen, Politik oder der Frage, wie er das neue Kleid findet,…. Und was sagt er? NIX !!!! Wenn frau sich jetzt mit diesem System nicht auskennt, könnte sie schon ein wenig vor den Kopf (oder vor die Box?) gestoßen sein. Dabei meint ER es gar nicht böse, in der Box ist nun einfach mal NIX drin.
Ich würde gerne gemäß meiner eigenen Erfahrungen an dem Boxen-Modell kleine Änderungen vornehmen. Ich glaube, es gibt noch eine 2. Lieblingsbox: die Mimimi-Box. Da gehört der Männerschnupfen mit rein, aber auch „Och, du nimmst mich ja gar nicht wahr, dabei habe ich doch schon den Geschirrspüler ausgeräumt“ „Oder, warum soll ich dir Rosen zum Valentinstag schenken, du schenkst mir doch auch keine“… Nun gut, da sollten wir schon ganz viel Verständnis zeigen. Ich denke, so eine Mimimi-Box ist wirklich hartes Brot.
Und außerdem glaube ich, dass der Mann die Boxen nicht rausholt und reinschaut. Nein, ich glaube er sitzt drin. Und es gibt Verbindungsgänge. Da kann er glatt von der Werkstattbox in die NIX-Box verschwinden.
Was können wir tun? Vielleicht hilft es, die für uns reservierte Box ein bisschen gemütlicher zu machen? Bisschen streichen, bisschen flauschig auskleiden? Oder eher die Mimimibox etwas unattraktiver zu machen? Braucht der Mann Empathie?
Nun zur Vervollständigung noch einen kurzen Exkurs zum Frauenhirn. Das ist anders aufgebaut. Uns Hirn besteht aus einem Kabelknäuel…. Viele Querverbindungen. Unsere Themen sausen da kreuz und quer und können durchaus auch mal ohne Vorwarnung rechts abbiegen. Und es kann auch passieren, dass sich die Spur gabelt und einfach beide Richtungen weiter befahren werden. Wie soll da das Boxen-Gehirn mithalten?
Also, meine lieben Leserinnen, habt Geduld mit euren Kerlen. Überfordert sie nicht, sondern senkt ein bisschen euer Rotationstempo und kuschelt euch ab und zu mit in seine Box.

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